Orientierung 2022 – »Zwischen Herz, Hirn und Bauch« Ziele und Kernbedürfnisse: Ein geordnetes Selbstgespräch

Es passiert immer gänzlich unbemerkt und irgendwie hinter meinem Rücken: Während ich mich mit meinem frisch skizzierten »2022-Ich« noch zufrieden über meine übersichtlich sortierten Lebensrad-Schwerpunkte beuge und die wohl formulierten Ziele betrachte, organisiert die andere, pragmatisch patente Hälfte meines Ichs schon wieder in gewohnter Verlässlichkeit den Alltag. Das ist gut. Allerdings werden die von mir erdachten Veränderungen gänzlich außer Acht gelassen. Da sind die Tage wieder gefüllt wie ehedem und es bleibt wie gehabt. Kein Platz im Wochenplan für die Sporteinheit, der Wecker steht auf derselben Zeit wie im alten Jahr und die morgendliche Routine zwingt zur Gleichzeitigkeit – Zähne putzend Schuhe anziehen während der Haustürschlüsselsuche, beispielsweise. Also, noch mal fokussiert einen Überblick verschaffen: Was ist mir wichtig? Was will ich? Und was soll nach diesem Jahr anders sein als im letzten? Vielleicht hilft ein tieferer Blick in die treibenden Bedürfnisse, um nachhaltige Antworten auf diese Frage formulieren zu können. Wenn du magst, befrage einfach jene, die dich am besten kennen: dein Herz, deinen Kopf und deinen Bauch. Bereit, deine Achtsamkeit zu fokussieren? Dann los.

Drei für eine:n

Im Selbstklärungsprozess kann das Fokussieren deiner Achtsamkeit auf die drei Zentren deiner Wahrnehmung Herz, Kopf und Bauch behilflich sein. Dieses triadische Prinzip eröffnet über das Aufstellen der drei Bereiche die Möglichkeit einer differenzierten Sicht – ein geordnetes vielperspektivisches Selbstgespräch. Welches Bedürfnis steht gerade im Mittelpunkt? Welches Bedürfnis kommt vielleicht zu kurz? Was brauchst du jetzt und hier? Statt dass die drei wild durcheinanderreden, schenke deinem sicherheitsbedachten Kopf, deinem Herzen, mit seinem Bedürfnis nach Beziehung und Kontakt zu dir selbst, und deinem Bauch, Zentrum deines Autonomiebedürfnisses, die Aufmerksamkeit, die sie brauchen, um wieder in Balance zu kommen. (Wie du deine persönliche Herz-Kopf-Bauch-Aufstellung durchführen kannst, zeigen wir dir hier: im Methodenvideo mit Martina und zum Nachlesen in der schriftlichen Anleitung.)

Zuhören und ausbalancieren

Mit fokussierter Achtsamkeit im geordneten Selbstgespräch kommen wir in Kontakt mit unseren Kernbedürfnissen. Der Selbstklärungsprozess wird leichter und die verschiedenen Blickwinkel eröffnen über den Wechsel der Perspektive neue Möglichkeiten und Wege. Und dann, wenn ich meine Orientierung zurückgewonnen habe und wieder weiß, warum ich mir dieses eine Ziel gesteckt habe, fallen die dafür notwendigen Veränderungen gleich ein bisschen leichter. Also, Herz, Hirn und Bauch: Klar, wer warum was will? Dann los!

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