Ich liebe Rituale. Ich mag das Beruhigende des Immer-wiederkehrenden. Und der Dezember ist voll mit verlässlich anstehenden Aufgaben. Adventskalender füllen, Tannenkranz binden, Nikolausstiefel putzen, Weihnachtskarten schreiben – es gibt viel zu tun. Mal abgesehen davon, dass ganz dringend alles andere irgendwie auch noch unbedingt »fertig« werden soll. Projekte, Texte, Abschlüsse, Pläne für das kommende Jahr, alles muss noch vor Weihnachten unbedingt und dringend – auch das eine Art Ritual. Zu meinen Dezemberritualen gehört auch – und fast ist es mein liebster Brauch – das Sichten und Sortieren. In einem Jahr sammelt sich ja so unfassbar vieles. Manches davon erschien im Moment des Geschehens groß und bedeutungsvoll, um im nächsten Monat von etwas neuem Großen und Bedeutungsvollen überlagert zu werden. Und dann gab es all die kleinen feinen Momente, die ohne großes Aufheben zwischen die Kalenderseiten rutschten und leise in Vergessenheit geraten. Zum Abschluss des Jahres also krame ich alles noch einmal hervor, sichte und sortiere.
Schritt für Schritt auf Reisen
Zunächst einmal: Standortbestimmung. Hier bin ich. Und ich habe die Taschen voller wertvoller Erkenntnisse, einen Stapel überraschender Einsichten und eine Schachtel schillernder Momente. Allesamt zusammengetragen in einem Jahr. In mehr als 360 Tagen und noch viel mehr Stunden. Tolle Dinge sind dabei. Alles Früchte meiner Reise in elf Schritten. Angefangen im Januar mit der Orientierung, dann weiter mit der Entdeckung meiner Stärken, die Auseinandersetzung mit Vertrauen und Selbstführung als dritter und vierter Schritt. In der Wärme der Sommermonate ging es um Selbstfürsorge, Mut und Entscheidungen. Dann folgten Überlegungen zu Gewohnheitstransfer und eine kritische Betrachtung meines Wertesystems. Zehn Schritte, die in ihrer Gesamtheit eine kleine Reise ergeben, übersichtlich eingesammelt im zuletzt gemachten elften Schritt.
Anhalten, damit es weitergeht
Schritte einer Reise, die wir fortsetzen. Ein Leben lang. Schritte, die wir immer wieder gehen, in unterschiedlicher Reihenfolge und Intensität. Schritte, die mal leicht und mal schwerfallen. Schritte, die auch mal warten können. Jetzt zum Beispiel. Jetzt nämlich sind wir genau hier. Nehmen uns genau jetzt einen Moment der Ruhe. Nehmen alles noch einmal in den Blick. Atmen tief ein. Achtsame Wertschätzung für alles, was wir haben. Atmen aus. Liebevolle Nachsicht für Lücken und Fehlbarkeiten. Veränderung ist ja kein Zustand. Veränderung ist ein stetiger Prozess. Und der läuft und läuft und läuft. Das ist das Wunderbare und Beruhigende daran. Es bieten sich immer Möglichkeiten des Ausrichtens und Justierens. Gut, wenn wir dazu ein paar hilfreiche Methoden zur Hand haben, die uns das Weitergehen erleichtern. Oder wenn Einblicke in Theorien uns vielleicht neue Gedanken schenken. Auch dabei hilft das Sichten und Sortieren: Es macht Handlungsfelder sichtbar. Woran will ich arbeiten? Was will ich loslassen? Was ist gut, so wie es ist, und was will ich verändern? Wir starten mit aller Energie, aller Freude und Klarheit in die nächsten zwölf Monate. Hey, herrliches 2022, wir kommen! Doch, Moment noch. Vorher gönnen wir uns eine Pause. Drücken auf Reset. Und verschwinden in den Tagen »zwischen den Jahren«. Mein zweitliebstes Ritual, auf der Zielgeraden des alten Jahres, der Schwelle zum Neuen: das stille Abtauchen in meiner ganz eigenen kleinen Welt. Während das offizielle Leben einfach mal ohne mich weiterläuft. Eine gute Zeit!
Möchtest du die Schritte unserer »Reise zu dir selbst« noch mal nachlesen?
Für alle, die den einen oder anderen Schritt unserer Reise nicht mitgehen konnten oder die Gedankenspaziergänge einfach noch mal nachlesen möchten, haben wir unsere Texte aus dem Jahr 2021 hier nochmal zusammengetragen.
Entdecke dein Selbst und werde wirksam.