Der Frühling naht. Und noch bevor ich die Augen am Morgen öffne, haben mir die ersten Sonnenstrahlen des Tages ein Lächeln auf mein Gesicht gezaubert. Wie wunderbar, denke ich, und schwinge meine Beine aus dem Bett. So gestartet, gehen mir die Anforderungen des Tages im Allgemeinen leicht von der Hand. Probleme nehme ich sportlich und betrachte sie als Herausforderungen, die sich meist im Handumdrehen lösen lassen, Unvorhergesehenes baue ich mit Leichtigkeit in den eigentlich fertig geplanten Tagesablauf ein und überhaupt scheinen an diesem Tag alle Menschen um mich herum bester Dinge zu sein. Das Leben meint es gut mit mir!
Wie kommt es wohl, dass die Welt oftmals so erstaunlich genau zu meiner Stimmung passt? Bin ich schlechter Laune, brummeln mich die ersten Mitmenschen schon gleich hinter meiner Zimmertürschwelle an und dann geht das den ganzen Tag so. Der Kaffee schwappt in die Tastatur, der Kopierer frisst das einzige Original, die Schlüssel sind unauffindbar und dann trete ich auch noch mitten hinein in den Hundehaufen. War ja klar, oder?! Bin ich hingegen strahlender Laune, scheint das wiederum ebenso »ansteckend« zu sein. Der verloren geglaubte Handschuh liegt vor der Haustür, der Termin ist kürzer als gedacht, ich habe Rückenwind und im Café treffe ich überraschend eine alte Freundin. Basiert das auf meiner selektiven Wahrnehmung oder ist das schlicht ein Zufall?
Das Gesetz der Resonanz – Du hast es in der Hand
Eine Theorie besagt, dass alles im Universum dem Gesetz der Resonanz unterliegt, auch der Mensch. Das bedeutet, jede:r von uns nimmt genau jene Bereiche der Wirklichkeit wahr, mit denen wir in diesem Moment in Resonanz stehen. Man könnte auch sagen: Gleiches zieht Gleiches an. Daher auch der Begriff »resonare«. Er hat seinen Ursprung in der lateinischen Sprache und bedeutet übersetzt so viel wie »zurückklingen«. Begegnen wir der Welt also mit Vertrauen und Zuversicht, Fröhlichkeit, Wärme und offenen Armen, ist die Wahrscheinlichkeit auf gleichgesinnte Menschen zu treffen groß. Mehr noch: Die Chance, immer mehr des Guten anzuziehen, Dinge also, die mich fröhlich stimmen und mein Vertrauen vergrößern, Menschen, die ebenso wie ich positiv in die Welt blicken, steigt ebenso. Andersherum gilt das freilich auch: Mit dem falschen Fuß aufgestanden, bestätigen uns die anschließenden Stunden in jedem sich bietenden Moment, was für ein verhunzter Tag heute ist – da kann man am besten schicksalsergeben gleich wieder ins Bett gehen.
Nun, das Resonanzprinzip behauptet etwas anderes. Dieses geht nämlich davon aus, dass wir selbst den Tag und sein Wesen ein Stück weit in der Hand haben. Um es noch mal mit einer Redewendung zu sagen: »Wie du in den Wald hineinrufst, so schallt es heraus.« Die Erfahrung haben wir natürlich alle schon mal gemacht. Die Theorie der Resonanz geht hier noch einen Schritt weiter. Wir sind, so die Idee, nicht nur »Zurückklingende«, also passive Figuren im Klang unserer Welt, sondern können diese Schwingungen, in einem gewissen Rahmen, aktiv beeinflussen. Um beim Ruf in den Wald zu bleiben – und auch wenn wir es vielleicht in der einen oder anderen Situation höchstens im Stillen zugeben mögen: Wir selbst bestimmen durch unser Hineinrufen, aus welcher Richtung das Echo kommt – und wie es klingt.
Also entweder lassen wir uns mit einem resignierten Seufzer in die dunklen Wolken hineinsinken und warten still ab, bis der Mist vorbei ist, oder wir machen uns das Gesetz der Resonanz aktiv zunutze und begeben uns auf die Suche nach dem Guten und Kraftspendenden. Und wenn sich partout nichts davon finden lässt? Nun, dann ist es vielleicht an uns, es in die Welt zu bringen. Auf die Spitze getrieben – und bitte, es handelt sich hier wirklich um eine Zuspitzung, denn die Gestaltbarkeit der Welt und unser Einfluss auf sie hat selbstverständlich Grenzen, derer wir aktuell wieder schmerzlich gewahr werden – zugespitzt also ließe sich die Hypothese formulieren: Alles um mich herum kann ich (auf eine gewisse Weise) auf mich selbst zurückführen, (fast) alles, was mir passiert, hat etwas mit mir zu tun. Oder wie Pippi Langstrumpf zu singen pflegte: Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt. Aus dieser Perspektive wird das Resonanzprinzip ein kraftvolles Werkzeug im Prozess der Persönlichkeitsentwicklung. Und der Begriff »Zufall« erhält in diesem Licht betrachtet eine ganz andere Qualität.
Du bist, was du denkst – Möglichkeit der Veränderung
Das Schöne am Gesetz der Resonanz ist insbesondere, dass es uns von dem Gefühl der Aufgabe entbindet, unser Gegenüber verändern zu müssen. Es liegt oftmals einzig und allein an uns selbst, wie kraftvoll und strahlend unsere Welt daherkommt und wie wir in ihr leben. Die Zukunft ist unsere und wird in großen Teilen von uns selbst gestaltet. Nicht umgekehrt. In der Summe bedeutet das: Statt mit Zornesfalten auf die Welt zu schauen, weil sie sich mal wieder nicht so dreht, wie wir es gerne hätten, bleiben wir bei uns selbst, konzentrieren uns auf unsere eigenen Stärken und, ja, auch möglichen Unzulänglichkeiten, stellen uns den eigenen Schwächen und verhakten Mustern – und lernen daraus.
Wenn ich also morgens die Augen öffne, habe ich die Wahl zwischen Wolken und Wunder. Seufze ich ergeben in den grauen Himmel oder mache ich mir die Welt so, wie ich sie gerne sehen möchte? Schicksalsglaube oder Zukunftsgestaltung? Ich schwinge meine Beine über die Bettkante, horche auf den Klang des Tages – und hoffe auf eine positive Resonanz.
(Mehr Informationen über das Gesetz der Resonanz und wie du es anwenden kannst, findest du hier.)