Das Schönste am Unterwegssein ist manchmal das Gewahr werden, die Hälfte geschafft zu haben. Dieser Moment des kurzen Pausierens, in dem ich das Hinter-mich-gebrachte und das Vor-mir-liegende für einen Moment nebeneinanderlege. Der sortierende Blick darauf, was ich erreicht habe und was ich noch angehen möchte. Im Tun nehme ich mir diesen Moment selten. Denn wenn ich erst mal in Bewegung gekommen bin und sich ein gewisser Rhythmus eingestellt hat, dann laufe ich ein bisschen wie im Autopiloten. Ziel eingestellt, Tempomat gesetzt und meine Gedanken streunen mal hier hin und mal dort hin. Da ist ein Anlass wie das Bergfest eine feine Aufforderung zum Ordnen.
Spitzen Aussicht – Was haben wir denn alles?
Berge zeichnen sich ja dadurch aus, dass sie alles rundherum überragen und – insbesondere ganz oben an ihrer Spitze – einen prima Blick in alle Richtungen ermöglichen. Setzen wir uns also am höchsten Punkt, atmen tief und schauen. Zunächst vielleicht nach innen und zurück: Von wo genau komme ich? Was war mein Startpunkt im Januar 2022? Welchen Weg bin ich seitdem gegangen? Was habe ich erlebt? Wenn sich das Bisherige sortiert hat und gut zu sehen ist, schauen wir auf das Hier und Jetzt: Wo stehe ich gerade auf meinem Weg? Was macht die Gegenwart aus? Wie ist es hier um mich herum? Nach der Standortbestimmung wenden wir uns schließlich dem Kommenden zu: Wo möchte ich am Ende des Jahres 2022 stehen? Welche Dinge liegen noch vor mir? Was steht mir möglicherweise im Weg? Und was benötige ich noch für die weitere Reise?
Erfolgsmeldung – Feste feiern mit Stolz
Bergfest bedeutet auch: Es gibt etwas zu feiern. In diesem Fall uns selbst. Die vielen kleinen und großen Erfolge der letzten sechs Monate. Wenn das kein Anlass für eine fette Party ist! Jede*r hat ein herzliches Schulterklopfen verdient. Darauf muss man nicht warten, bis es jemand anderes für uns tut! Das dürfen wir auch ganz alleine für uns tun. Los geht’s: Ich habe Tolles geleistet! Ich habe viel erreicht! Ich bin stolz auf mich!
Wir haben wirklich schon richtig viel geschafft. Äh, was genau? Ich für meinen Teil sammle ja gerne kleine und größere Fundstücke. Ich hebe sie auf, drehe sie zwischen den Fingern, wiege sie in der Hand und betrachte sie eingehend. Dann stecke ich sie in meine Jackentasche oder in den Rucksack. Es kommen immer neue Dinge hinzu und mit der Zeit entsteht ein kleiner Schatz – dessen Einzelteile ich ehrlich gesagt nicht mehr allesamt benennen könnte. Da liegt dann eins auf dem anderen und jenes ganz zuunterst habe ich schon wieder völlig vergessen. Das geht wahrscheinlich vielen von uns so. Drum, wollen wir mal einen Blick in unseren Wanderrucksack werfen?
Zwischenstand – Ordnen ist die halbe Strecke
Wow, da purzelt schon einiges heraus. Statt es aber schnell wieder zusammenzufegen und zurückzulegen, nehmen wir uns jetzt Zeit, genauer hinzuschauen. Wie sind die einzelnen Dinge beschaffen? Sind sie vollständig? Kann ich tatsächlich etwas damit anfangen? Ist der zugehörige Nutzen noch gegeben? Dinge verändern sich, Bedürfnisse und Anforderungen, na klar, auch. Lange Getragenes ist vielleicht nur noch aus Gewohnheit im Gepäck. Lässt es sich womöglich in etwas anderes umwandeln? Vom Ballast zum Kraftgeber? Mit Glaubenssätzen funktioniert das ja manchmal. Bevor es also wieder auf geschwungenen Wegen ins erfrischend kühle Tal hinab geht, nutzen wir die Sommerzeit für das Bilanzieren des Bisherigen, zum Ordnen des Bestehenden und Umwandeln des Überholten.
Damit der Rucksack für die zweite Hälfte des Weges mit Sinnvollem, Kraftgebendem und Schönem gefüllt ist. Vorher feiern wir aber noch, dass wir sind wer wir sind. Wenn du einen Blick in deinen Rucksack werfen willst, findest du hier alle bisher eingesammelten Methoden, Werkzeuge und Wissenswertes.