Alltagsheldin – Mit Headspace, Hygge und Humor

Alltagsheldin – das ist Julia Hanels Wochen-Rückblick, mit Headspace, Hygge und Humor. Mit ihren witzigen, alltagsnahen und impulsgebenden Anekdoten nimmt sie uns diesen Monat mit in ihre Welt – voller Headspae, Hygge & Humor.

KLEINE HAUSFLUR DRAMEN

ETWAS MEHR HEADSPACE BITTE
Momente, in denen ich mein Fühlen fühlte und den Kopf frei bekam

Guten Morgen Tag! Du bist da, die Sonne wird heute scheinen und du wirst wieder einige Überraschungen parat haben! Aber bitte ohne mich. Jetzt noch nicht. Ich will liegen bleiben, weiter schlafen und die Vögel nicht hören! Aber der Wecker wird gleich klingeln und meine kleine Tochter, Fräulein Hilfsbereit, neben mir wird gleich erwachen. Also Julia, auch du! Los geht’s, sagte der innere Antreiber und mein lieber Perfektionist antwortete: Ok, aber das Ergebnis des Schlafes ist nicht gut genug. Zu spät ins Bett, zu lange Diskussionen am Vorabend über günstige oder teure Kinderbetten mit oder ohne Rutschen und die Auswirkung der Zeitumstellung wirken doch sehr beeinträchtigend. Fazit: zu wenig Schlaf, bedeutet kein optimales Ergebnis, bedeutet der Morgenmuffel ist gleich da. Also: Shit in, shit out! Für mich eine ganz logische Schlussfolgerng. Und bisher auch immer die Rechtfertigung dafür, meine morgendliche schlechte Laune ab und an auch an meinen Mitmenschen zu Hause auszulassen. Aber nicht heute: Heute lass ich mich nicht vom Morgenmuffel vorführen.

Also sage ich mir: Augen auf und sehen was da wie heute los ist und einfach durch. Denn es war meine Entscheidung lange aufzubleiben. Nicht die meiner Kinder. Und mein Mini-Jetlag der Zeitumstellung werde ich schon verkraften. Dann half mir meine kleine Tochter beim Aufstehen und Anziehen. Das klingt als wäre ich eine alte Frau. Natürlich bin ich das mit meinen noch 36 Jahren nicht, aber die Kleine hilft eben anderen gerne beim Anziehen. Früher hätte ich mich erst lange selbst bemitleidet für meine Müdigkeit, da ich als Mama in der Elternzeit eben die meisten Nachtschichten für noch nicht durchschlafende Kinder übernommen hatte. Meist führte diese Haltung auch zu schlechter Laune bei meinen Lieben und es endete öfters mal im Stress an der Tür, weil beim Anziehen der Kinder und packen der Rucksäcke etwas nicht so klappte, wie ich wollte. Heute Morgen setzte ich jedoch der Weinerlichkeit meiner großen Tochter einen gemeinsamen schwungvollen Biene Maja Tanz entgegen, und die Stimmung war gut. Bis zu dem Punkt, an dem wir alle wieder im Flur landeten um zur Kita aufzubrechen. Jedes Kind hatte ein anderes Bedürfnis was Zöpfe oder Jacken betraf, ich versuchte noch alle nötigen Utensilien einzupacken und mein Mann huschte auch irgendwie mitten drin um uns herum, um einzuspringen wo nötig, was irgendwie etwas kontraproduktiv war. Aber der Wille war da! Also half ich allen in die Spur, mein Mann startete mit den Kindern zur Kita, ich stellte die Musik von Kinderliedern auf lauten Punkrock um und ließ Dampf beim Aufräumen ab. Und so bekam ich diesmal den Kopf frei. Da wurde mir bewusst, dass wir im Lockdown und der letzten Krank-Zeit meiner großen Tochter unsere morgendlichen Abläufe scheinbar etwas verlernt haben. Anstatt gut vorbereitet, hechteten wir Erwachsenen den Kinderwünschen hinterher und ärgerten uns dann, wenn die Kleinen nicht so wollten wie wir. Gut, dass ich ja weiß, wie es besser und klarer gehen kann. Auf mein Reflektions- und Prozess-Steuerungsvermögen kann ich mich immer gut verlassen. Aber eine Garantie gegen morgendliche Dramen im Hausflur ist das natürlich nicht. Und genau das sage ich mir immer wieder: Ich bin nicht für alles verantwortlich, nur für mich und meine Haltung. Und das ist doch schon einmal ein guter Anfang.

MIT ACHTSAMKEIT ZU MEHR GELASSENHEIT

So bin ich wieder in meine Kraft gekommen um im Hier und Jetzt zu sein

Und wenn ich schon über gute Haltung schreibe: Ich habe seit mehr als 6 Monaten endlich einmal wieder einen Sportkurs besucht. Online natürlich. Schwerpunkt: Körpermitte stärken. Wie wunderbar es sich direkt danach anfühlte, gestärkt und in guter aufrechter Haltung das Training zu beenden. Besonders bedanken muss ich mich an der Stelle bei meiner lieben Kanga-Trainerin, die eigentlich Mütter mit Babys in der Trage trainiert. Nun ist meine kleine Tochter schon längst kein Baby mehr, und dennoch darf ich noch teilnehmen, denn egal ob mit oder ohne Baby: den Beckenboden, Bauch und die Rückenmuskulatur zu trainieren, ist absolut sinnvoll. Also alle Körperöffnungen von hinten nach vorne schließen, Bauchnabel einziehen und ab geht die Choreo. Was mich jedoch am meisten „bewegt“ hat, neben der Musik aus den Lautsprechern, ist die Tatsache, dass alle Mütter ziemlich belastet klangen, als sie zu Beginn davon sprachen, dass die großen Kinder sehr lange nicht in die Kita gehen konnten und die Herausforderungen des winterlichen Lockdowns allen viel abverlangt hat. Zur Einstimmung gab es danach eine kleine Konzentrationsübung mit wunderbar einfühlsamen und motivierenden Worten der Trainerin. Sinngemäß sagte sie, dass wir uns so oft im Außen bewegen und in einer Zeit leben, in der wir wenig Einfluss auf die Geschehnisse haben und wir nur die Chance haben uns im Inneren zu stärken mit der Aussicht, dass wir dann diese Kraft an unsere Kinder und unsere Außenwelt weitergeben können. Und so fühlte es sich genau richtig an, dass ich mir diese Stunde für mich am Vormittag genommen habe, wissentlich, dass es eigentlich auf Grund des anstehenden Umzuges genügend andere Dinge zu tun gäbe. Aber auch wissentlich, dass es nicht nur meiner physischen Körpermitte gut tut, sondern auch der mentalen. Ich fühlte mich gestärkt und voller Vertrauen, dass alles gut wird. Neben der Motivation wieder mehr Sport zu treiben, stelle ich noch eine ganz andere Veränderung an mir fest. Ich erkenne mich und meine Stärken. Ich fühle sie und ertappe mich dabei, stolz darauf zu sein. Das mag möglicherweise für viele Menschen banal klingen. Für mich ist es das nicht. War doch das Glas immer halb leer, statt halb voll. Mein Fokus lag meistens (unbewusst) auf dem, was ich nicht gut mache. Das in Verbindung mit extrem hohen Erwartungen an mich selbst führte nur dazu, dass ich mich innerhalb meiner Rollen „nicht genug“ fühlte, was für meine innere Zufriedenheit eher schädlich war. Umso mehr brauchte ich die positive Resonanz von außen, indem ich gelobt werde und dachte dann: meine Chefin, mein Mann, meine Freunde usw. werden schon recht haben wenn sie sagen, dass ich etwas gut gemacht habe. Aber ich fühlte es nicht. Und ich bin sehr dankbar dafür, dass ich nun sehen und erleben kann, wie sich Selbstvertrauen anfühlen kann. Wie genau das passiert ist, kann ich gar nicht sagen. Sicherlich haben alle LerngruppenCoachings, die Feedbacks und Einzelcoachings dazu beigetragen. Und mein Unterbewusstsein arbeitet da sicherlich noch viel weiter. Ich denke ich habe ausreichend Zeit damit verbracht, darauf zu schauen, was in meinem Leben bisher „schwer“ war. Und nun bin ich offen genug dafür, neue Verhaltensmuster auszuprobieren. Ein wichtiger unterstützender Glaubenssatz lautet: „Irgendwie schaffe ich das schon.“ Auch wenn ich beim Wandern auf Veränderungswegen dazu neige mit dem Hintern voran zu gehen und immer wehmütig auf das Alte zurück zu schauen, weiß ich, dass ich alles, was zu bewältigen ist, schon irgendwie schaffen werde. Dafür hat meine Mutter gesorgt. Dafür, dass ich in der Lage bin selbstständig alles zu meistern, was ich mir vornehme. Und nun ist es an der Zeit, das „Irgendwie“ in meinem Glaubenssatz durch ein konkretes „Wie“ zu ersetzen. Also entscheide ich mich dafür zu SEHEN, was ich gut mache oder auch was so Schönes passiert. Ich erlaube mir zu FÜHLEN. Und ich gehe die ersten Schritte des Weges, auch wenn ich das Ende noch nicht klar sehen kann, Einfach MACHEN. Wie im Online Kanga-Training: Mich und die Trainerin am Bildschirm sehen, Beckenboden fühlen und die Stunde einfach machen. Führt definitiv zu einer guten Haltung. Im Innen und im Aussen.

EIN BISSCHEN HUMOR – ODER DIESMAL ESSEN – GEHT IMMER

Eine kleine Abschlussanekdote

Wenn ich es nicht ständig und mehrmals am Tag tun muss, koche ich sehr gern. Am liebsten ohne Rezept. Dieses nutze ich nur, um mal etwas Neues zu probieren, aber Spaß macht es am meisten ohne Anleitungen lesen zu müssen. Am Sonntag kochte ich Spitzkohl mit Hackfleisch. Ich habe meinen Mann schon lange nicht mehr so viele Portionen an einem Tag essen sehen. Anerkennend sagte er mir, wie gut das Essen heute schmeckt und er fragte, woher ich das Rezept habe. Ich musste etwas überlegen, und mir fiel ein, dass meine Nachbarin mich generell auf die Spitzkohl-Idee brachte. Aber die Variante mit Fleisch und die Zubereitung mit Schmand usw. war definitiv meine Idee, was mein Mann nicht ganz glauben wollte. Er backt lieber als zu kochen und das genau nach Rezept. Als ich einmal eine Möhre zum Kochen entwendet habe und er für seinen Karottenkuchen nicht genau 750g Möhren zur Verfügung hatte, backte er nicht. Fest davon überzeugt, dass es dann nichts wird. Dann weiß ich immer nicht, ob ich das lustig oder ärgerlich finden soll. Schließlich gibt es dann auch keinen Kuchen. Wie auch immer, im Falle der Spitzkohl-Hackfleisch-Pfanne war ich stolz auf meine Kreation, auch wenn meine große Tochter meine Genugtuung durch ein häufigeres Igittigitt unterbrach, und ich sagte spontan zu meinem Mann, das sei intuitives Kochen. Leicht amüsiert und wenig überzeugt schaufelte er weiter das Essen genüsslich in sich hinein. Und ich dachte nur: genau das ist mein Ding. Intuitives Kochen. Und das könnte ich gut auf andere Abläufe übertragen. Sehen, was da ist (Zutaten). Fühlen, was passiert (Mengen und Mischungen schmecken), und machen (rein in den Topf). Einfach Sehen, Fühlen, Machen! Wie beim Feedback geben mit Ich-Botschaften, beim Sport, anstehenden Veränderungen, oder morgendlichen Dramen im Hausflur.

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