Etablieren 2022 – »Zwischen Strohfeuer, Blitzbegeisterung und nachhaltiger Etablierung« Gewohnheiten: Wie Veränderung gelingen kann

Wir Menschen sind, wie man so schön sagt, Gewohnheitstiere. Haben wir uns erst mal etwas angewöhnt, lassen wir uns so leicht nicht wieder davon abbringen. Diese Macht der Gewohnheit ist ein prima Vorteil. Die Notwendigkeit des abendlichen Zähneputzens muss nicht jedes Mal aufs Neue hinterfragt und diskutiert werden. Auch das morgendliche Werktagsweckerklingeln um 6:00 Uhr gehört zum Tag wie der Sonnenaufgang und der Großeinkauf am Samstag läutet verlässlich das Wochenende ein. Hier und da findet sich zwischen diesen unhinterfragten Tätigkeiten auch die eine oder andere Angewohnheit, die durchaus eine kritische Prüfung vertragen könnte. Ist das Sofasitzen am Ende meines Arbeitstages wirklich der beste Tagesabschluss? Was wäre, wenn ich nicht mehr viertelstündlich meine Mails sichten würde? Und gehört das Handy zwingend auf den Nachtschrank?

Wird eine Gewohnheit – oder sogar gleich ein ganzes Rudel an Angewohnheiten – zu mächtig, hinderlich oder schlicht unbequem, überkommt uns der Wunsch nach Veränderung. Vielleicht weil der Arbeitstag keinen Anfang und kein Ende zu haben scheint, die Lieblingshose nicht mehr passt oder früher mehr Bewegung war. Dann soll am besten gleich alles auf einmal anders werden – wenn man schon mal dabei ist. Am besten gleich, jetzt und sofort. Zwei Stunden früher aufstehen, fünfmal die Woche 12 Kilometer joggen, Digital Detox und zwei Hände voll frisches Obst plus Achtsamkeit und Einschlafyoga. Ab morgen. Traumtolle Gewohnheiten für ein neues Lebensgefühl. Große Schritte, große Wirkung.

Wie gesagt, wir Menschen sind Gewohnheitstiere – da ist ein »ab jetzt alles anders« meist nicht ganz so leicht umgesetzt. Und schon gar nicht so vieles auf ein Mal. Und nu? Aus der Traum vom neuen Sein? Dann eben doch in die Sofakissen sinken, seufzen und dazu ‘nen Keks? Selbstverständlich nicht. Wie wäre es stattdessen mit Meditation? Einem Gewohnheitstagebuch oder einem unterstützenden Change Buddy? Wie kann es gelingen, dass statt einem kurzen Strohfeuer der begeisterten Wiederholung eine nachhaltige Etablierung neuer Gewohnheiten gelingt? Frag doch mal bei deinen Kolleg:innen oder in deinem Freundeskreis herum.

Wir haben in unserem Netzwerk nachgefragt und tolle Ideen, Werkzeuge und Methoden gesammelt, die dabei helfen können, Neues zu etablieren.

Wie wäre es zum Beispiel mit unterstützenden Kalendereinträgen und festen Strukturen für die Ordnungsliebenden unter uns? Oder doch mal einen Habit Tracker (Gewohnheitstagebuch) ausprobieren? Hier findest du eine kleine unterstützende Anleitung. Einzelgänger:innen-Modus ist nichts für dich? Dann probiere doch mal eine App mit deinen Freund:innen aus. Die technischen kleinen Helferlein können eine wertvolle Unterstützung sein. Diese zum Beispiel:

Habit — Daily Tracker im App Store (apple.com)

Change Buddy – Gewohnheiten im App Store (apple.com)

Avocation – Habit Tracker – Apps bei Google Play

Weitere Ideen und hilfreicher Input für dich:

Habit Stacking

Soll Neues entstehen, muss Altes erstmal entsorgt werden? Das mag für manches zutreffen, für Gewohnheiten gilt es definitiv nicht. Im Gegenteil: Manchmal lassen sich gerade gut etablierte Muster sinnvoll nutzen, um neue Gewohnheiten zu verankern. Soll heißen: Wenn wir Neues mit etwas Bestehendem verbinden, findet auch das Ungewohnte schnell Eingang in unsere unbewussten Abläufe.

Micro Habits

Schneller ist nicht immer, wer mit Sieben-Meilen-Stiefeln durchs Leben rast. Manchmal sind es viel mehr die kleinen, beharrlichen Trippelschritte, die uns sicher zum Ziel bringen. Der Vorteil: Viele Mini-Meilensteine lassen uns eine feine Reihe kleiner Etappensiege feiern – da ist das Dranbleiben doch gleich viel leichter! Hier kannst du dazu noch weiter nachlesen.

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